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Gartner Magic Quadrant für die Unternehmenssuche 2015

Zusätzliche Einblicke zu einigen nicht angesprochenen Technologien

Gartner hat vor kurzem die Ausgabe 2015 des Magic Quadrant for Enterprise Search veröffentlicht, zusammengestellt von Whit Andrews und Hans Koehler-Kruener. Der Bericht ist auf der Website von Gartner als kostenpflichtiger Download verfügbar. Wenn man im Internet nach dem Bericht sucht, findet man jedoch auch einige Anbieter, die kostenlosen Einblick in den Bericht bieten, wenn man dafür seine Kontaktinformationen hinterlässt.

Wie zu jedem neuen Magic Quadrant (MQ) wird auch der diesjährige Bericht von den verschiedenen Anbietern wieder einmal mit Erleichterung oder Zähneknirschen quittiert. Im MQ werden unter anderem Informationen zu der Positionierung und der Entwicklungsrichtung dieser Unternehmen geboten. Allerdings sollte man keine Kaufentscheidung alleine aufgrund der Bewertungen im MQ treffen. Auch Gartner selbst sieht das so. Man muss weiterhin alle Aspekte sorgfältig prüfen – was eigentlich auch alle verantwortlichen Einkäufer neuer technologischer Produkte so sehen. Der MQ ist also vielmehr eine Möglichkeit, die Auswahl der Lösungen einzuschränken, die man dann genauer in Augenschein nimmt. Man kann also mit den Platzierungen zufrieden sein oder nicht, der MQ ist auf jeden Fall eine Referenz, die man nicht ignorieren kann.

Es gibt aber auch einige Lösungen für den komplexen und sich ständig entwickelnden Bereich der Unternehmenssuche, die es gar nicht auf die Liste geschafft haben, aber dennoch für den Markt von Bedeutung sind. Daher wollen wir hier den MQ um einige Produkte ergänzen, die unserer Meinung nach nicht vernachlässigt werden sollten. Hierzu haben wir auch einige Kommentare von internen wie auch externen Experten gesammelt.

Zu den wichtigsten Produkten, die im MQ ausgelassen wurden (zumindest vom Standpunkt eines langjährigen Veteranen der Suchbranche), gehören MarkLogic, Endeca (Oracle), FAST (Microsoft) und ElasticSearch.

Auf Nachfrage erklärte uns Whit Andrews, dass diese Produkte nicht wegen ihres technischen Wertes ausgelassen wurden, sondern aufgrund ihrer primären Positionierung und Bündelung. Er hat seinen Standpunkt nachvollziehbar erklärt:

„Oracle Endeca bietet inzwischen kein Produkt für die Unternehmenssuche mehr an. Weiterhin, wie ihr auch angesprochen habt, bietet Microsoft kein eigenständiges Produkt mehr an, daher sind sie auch rausgefallen. ElasticSearch wird nicht wirklich als Produkt für die Unternehmenssuche beworben. Wir wollen die Unternehmenssuche jedoch neu definieren, was auch einen neuen Namen und eine neue Beschreibung umfassen könnte. Von daher könnte ElasticSearch eventuell nächstes Jahr wieder enthalten sein.“

 

MarkLogic

In einer Diskussion einer LinkedIn-Fachgruppe wurde stark kritisiert, dass Gartner MarkLogic außen vor gelassen hat. Die Reaktion von Gartner und anderen Insidern der Branche zeigt aber: MarkLogic bietet zwar eine Lösung für Unternehmenssuchen, ist aber primär ebenso als Datenbanklösung positioniert, die eine Suchfunktion enthält.

Um den Kommentar zu anderen ausgelassenen Lösungen zu ergänzen, haben wir informell unter unseren Ingenieuren und Vertriebsmitarbeitern gefragt, welche zusätzlichen Einblicke wir bieten können:

 

Endeca

Ein Mitarbeiter von Search Technologies merkte an, dass „für Kunden im Bereich E-Commerce immer noch erstaunlich viele Anfragen zu Feineinstellungen von Suchergebnissen in Endeca eingehen – man kann also Endeca in diesem Anwendungsbereich noch nicht wirklich ignorieren. Auch wenn es Pläne oder Überlegungen dazu gibt, auf andere Lösungen zu migrieren, darunter auch Open-Source-Lösungen, sind diese Pläne meist noch nicht konkret anstehend.“

Endeca war ein Pionier für die Suche über Facetten – eine Funktion, die im modernen E-Commerce bei Seiten mit großem Produktkatalog nicht wegzudenken wäre. Die Frage bleibt aber, ob Endeca in der Lage sein wird, schnell genug Innovationen aufzubieten, die mit den neusten Entwicklung im Open-Source-Bereich mithalten können. Da viele Entscheidungsträger im E-Commerce einen Plattformwechsel erwägen, werden die nächsten 24 Monate für die Zukunft von Endeca kritisch sein.

 

Microsoft SharePoint

Es ist nachvollziehbar, warum Gartner Microsoft nicht aufgenommen hat – auch wenn es sich dabei nur um eine Formsache handelt. Microsoft bietet FAST Search & Transfer nicht mehr als eigenständige Lösung an. Man kann aber kaum ignorieren, dass SharePoint extrem verbreitet ist und von den meisten dieser Nutzer in irgendeiner Forum für die Suche verwendet wird. Seit SharePoint 2013 wurde die Suchfunktion in SharePoint integriert, kombiniert mit leicht verfügbaren Add-Ons kann SharePoint damit gut für die Unternehmenssuche eingesetzt werden. 

Ein Gebietsmanager von Search Technologies kommentierte dies wie folgt: „Einer unserer Kunden ist ein führender Anbieter im IT-Consulting. Sie setzen Aspire-Konnektoren ein, um SharePoint 2013 zur Lösung für die Unternehmenssuche zu machen.“

Search Technologies bietet eine Reihe verschiedener Konnektoren, die über das Aspire Content Processing-Framework SharePoint ermöglichen, auch Content von Daten außerhalb des SharePoint-Systems aufzunehmen und zu indexieren. Durch diese Möglichkeit wird SharePoint für unsere Kunden zu einer validen Lösung für die Unternehmenssuche.

 

ElasticSearch

Zurzeit gibt es wohl keine andere Suchtechnologie – noch dazu als Open-Source-Lösung –, bei der sich so viel bewegt wie bei ElasticSearch (sowohl hinsichtlich der Zahl der Downloads als auch des Einsatzes). Gartner hat jedoch beschlossen, ElasticSearch nicht mit aufzunehmen, weil das Produkt nicht primär als Lösung für die Unternehmenssuche positioniert ist.

Wenn man die Elastic-Website besucht, wird man wirklich nicht viele Hinweise auf die Unternehmenssuche finden. Stattdessen findet man Informationen zu Suche und Analyse, die für Lösungen der Log-Analyse sehr wichtig sind. Das überrascht nicht wirklich, weil Elastic auch Logstash und Kibana zum Einlesen und für die analytische Visualisierung von Logs anbietet.

Einer unserer Ingenieure kommentierte dies: „ElasticSearch bietet noch keine Document-Level-Security, daher ist diese Lösung wohl wirklich nicht für die Unternehmenssuche gedacht.“

Auch dies ist technisch gesehen korrekt, aber nicht jedes Unternehmen benötigt Document-Level-Security (manchmal reicht Sicherheit auf Stufe des Index bereits aus). Für Unternehmen, die diese Fähigkeit dringend benötigen, bietet Search Technologies auch Sicherheitsplugins an, die diese Aufgaben übernehmen können.

Einige unserer Kunden bei Search Technologies gehen genau so vor. Von unserer Perspektive aus gesehen sollte bei Elastic also das Gesamtbild des Angebots gesehen werden, ergänzt um Technologien, die von Partnern angeboten werden.  ElasticSearch bietet eine leistungsfähige zentrale Suchmaschine, die kombiniert mit Angeboten von Drittanbietern (Konnektoren, Plug-Ins für Dokument-Level-Security und Analyse usw.) auch für die Unternehmenssuche eine leistungsfähige Option darstellt.

-- Graham Gillen, VP Marketing

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