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Optimieren der Suchfunktionen in der mobilen App

Suche für mobile Apps – Blog-Reihe

„Wir haben das Smartphone nicht erfunden. Wir haben nur beschlossen, dass mobile Erfahrungen wichtig sind. Wir lieben gute mobile Erfahrungen. Wir lieben sie, weil sie den Leuten Dinge ermöglichen.“ - Greg Nudelman

Da Smartphones und Tablets immer weiter um sich greifen, suchen auch immer mehr Leute über mobile Geräte nach Antworten. Google hat inzwischen 100 Milliarden Links in mobilen Apps indexiert. Wenn Benutzer suchen und auf Ergebnisse klicken, können sie eine mobile App starten und damit die Sucherfahrung fördern und komplett innerhalb des mobilen Rahmens halten.

Bei mobilen Apps, die über viel Content verfügen oder E-Commerce anbieten ist eine gute Suche ebenso wichtig wie die Optimierung einer Suchmaschine oder Suche auf einer Website.  

Wenn der Benutzer in der mobilen App nicht finden kann, was er braucht, hat es meist den folgenden Grund:

„Reicht es nicht, wenn wir dieses Suchfeld hier in der App haben?“

Nicht ganz. Es sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe, ob man einfach nur ein Suchfeld anbietet oder dem Benutzer eine erfolgreiche, stabile Sucherfahrung in der mobilen App bietet, bei der er sich gut fühlt und die seine Loyalität zur Marke stärkt.

Die Benutzer zu animieren, die App auszuprobieren und bei ihr zu bleiben bedarf sorgfältiger Planung hinsichtlich des Designs der Sucherfahrung. Wenn die Benutzer nicht die Antworten finden, die sie suchen, gehen sie wieder. Das bedeutet verlorene Umwandlungsraten, verlorene Umsätze, und bei Kunden, die nach dem Kundendienst suchen, auch mehr Aufwand durch Anrufe beim Kundendienst mit den damit verbundenen Mehrkosten.

Sie wollen dem Benutzer also helfen, schnell Hilfe und Produkte zu finden. Sie wollen Ihrem Benutzer Möglichkeiten schaffen. Hierzu erstellt und betreibt man eine stabile und unterstützende Suchfunktion in der mobilen App.

„Gut, also ein Suchfeld reicht also nicht. Wie biete ich denn jetzt meinen Benutzern eine bessere Sucherfahrung?“

Die Aufgabe, die mobile Sucherfahrung zu verbessern, kann erschlagend sein. Im Folgenden ein paar erste Schritte, mit denen man anfangen kann:

SCHRITT 1 – Die Suche muss einfach sein

Öffnen Sie einfach mal die Suche in Ihrer App und spielen Sie damit herum. Beantworten Sie dann die folgenden Fragen.

 

Ist die Suche einfach?

Man braucht ein klar definiertes Eingabefeld für die Suche. Dem Kunden muss sofort klar sein, wo er tippen muss, um seinen Text einzugeben. Am leichtesten erreicht man das mit einem leicht erkennbaren Suchsymbol. Das verbreitetste Symbol ist hierbei das Vergrößerungsglas. Sobald man dieses Symbol sieht, weiß man, dass hier ein Suchfeld steckt. Die Suche ist schlecht, wenn die Benutzer erst nach dem Suchfeld suchen müssen. Weiterhin sollte man bei der Präsentation der Ergebnisse vermeiden, so viel wie möglich auf kleinsten Raum zu quetschen.

 

Werden Fragen beantwortet, soweit möglich?

Genau wie Benutzer am Desktop nutzen auch mobile Benutzer die Suche, um Antworten auf Fragen zu finden. Die Architektur der Suchmaschine und die Indexierung verlaufen in mobilen Apps anders als auf dem Desktop oder bei Anwendungen für das Internet (so verwenden Verknüpfungen etwa URIs statt URLs), die grundlegenden Überlegungen sind aber dieselben. Der Suchindex sollte ausreichend Produktinformationen und Antworten auf Fragen enthalten, die man in FAQs, Knowledge Bases und Community-Foren findet. Antworten, die als individuelle Entitäten indexiert wurden, helfen dabei, Antworten direkt unter den Suchergebnissen auszugeben.

Unser leitender Architekt Paul Nelson hat einen wundervollen Artikel in seinem Blog geschrieben, in dem er die steigende Bedeutung von fragebeantwortenden Systemen bespricht („Insight Engines“), inklusive einer Definition, was diese überhaupt ausmacht und warum sie so beliebt sind. Sehen wir uns einmal genauer an, warum es so wichtig ist, den Benutzern die Möglichkeit zu bieten, ihre eigenen Antworten zu finden.

 

Sind die Ergebnisse sinnvoll für meine Suche?

Relevanz steht immer an erster Stelle. Wer die Bedürfnisse seiner Benutzer befriedigen will, muss sich Gedanken über die Relevanz seiner Ergebnisse machen. Irrelevante Ergebnisse, inkonsistente Ergebnisse bei mehreren Suchvorgängen oder eine lange Ergebnisliste, durch die man scrollen oder die man mit Filtern verfeinern muss, werden die Benutzer frustrieren und führen dazu, dass die App nicht weiter genutzt wird.

Die Relevanz kann durch verschiedene Methoden bestimmt werden, darunter Log-Analyse über Tools wie Google Analytics, manuelle Auswertung und Maschinenbewertung durch Suchanalysten und Experten des Fachbereichs, sowie auch Umfragen, um allgemeines Feedback der Benutzer zu erhalten. Allgemein gesagt ist es oft am besten, einen kombinierten Ansatz für die Überwachung der Leistung der Suchmaschine und der Nutzerzufriedenheit einzusetzen.

 

Da wir gerade beim Scrollen sind – ist das nötig?

Nehmen wir ein Beispiel: Das Smartphone ist heruntergefallen, auf dem Asphalt aufgeschlagen und die untere Hälfte des Bildschirms ähnelt jetzt mehr einem Mosaik als einer glatten Fläche. Aber durch pures Glück läuft das Smartphone sonst noch gut. Also tippen Sie auf das Suchfeld des Anbieters und geben ein: „Mein Bildschirm ist zersprungen.“

Hilft das erste Suchergebnis direkt dabei, das Problem zu lösen? Oder muss man nach unten wischen (hoffentlich, ohne sich einen Splitter einzufangen), bis man irgendwo endlich eine passende Hilfe findet?

Sorgen Sie dafür, dass die für Ihre Benutzer hilfreichsten Antworten direkt oben stehen. Wenn man sein Smartphone fallen lässt, braucht man so schnell wie möglich Hilfe, so leicht wie möglich auffindbar. Wenn man seinen Benutzern hier aushilft, wird man durch Vertrauen und Loyalität belohnt.

 

SCHRITT 2 – Content optimieren

Denken Sie einmal an den Content, der in Ihrem Suchindex gespeichert liegt. Gibt es gemeinsame Felder, die sich in allen Datensätzen finden lassen? Gibt es Felder, die für Datensätze speziell sind und nicht indexiert werden und daher dazu führen, dass die Datensätze nicht von der Suche ausgegeben werden? Man will keinen aufgeblähten Index, in dem alle nur denkbaren Daten liegen, aber man will trotzdem sicherstellen, dass alle Daten erfasst und indexiert werden, die zu relevanten Ergebnissen für den Benutzer führen können.

Wenn man sich die beliebtesten Abfragen genauer ansieht, sowie jene, die zu null Ergebnissen geführt haben, kann man besser erkennen, wonach die Benutzer suchen und bei welchen Begriffen sie keine Ergebnisse finden. Über solche Einblicke kommt man zu einem Design der mobilen App, das die bestmögliche Sucherfahrung bietet. Um einen tieferen Blick auf die praktische Roadmap für die Verbesserung der Suche im E-Commerce zu erhalten, registrieren Sie sich für unser kostenloses Webinar.

Wenn ein Benutzer in der mobilen App nach „korb“ sucht, will er wahrscheinlich den Warenkorb finden. Vielleicht ist das Symbol für den Warenkorb schwer zu entdecken, so dass man danach suchen muss. Implementieren Sie dann eine URI, um dem Benutzer zu helfen, den Warenkorb in der mobilen App zu finden.

Eine weitere Überlegung ist Content, der spezifisch für mobile Anwendungen ist. Content, der auf dem Desktop ideal genutzt werden kann, hilft auf einem kleinen Gerät vielleicht nicht so sehr weiter. Hier wäre es sinnvoll, im Content zu kennzeichnen, ob dieser für den Desktop gedacht ist, für mobile Nutzung, oder für beide. Dazu muss man noch bedenken, dass Hardware und Leistung den Content definieren. Vor einiger Zeit waren Videos auf mobilen Geräten noch undenkbar, jetzt sind sie kaum noch wegzudenken. 

suchfunktionen in der mobilen app

SCHRITT 3 – Native Fähigkeiten nutzen, um direkt auf Benutzer einzugehen

Mobile Geräte bieten heutzutage viele leistungsfähige Tools, die viele von uns täglich einsetzen: Geo-Lokalisation, Benachrichtigungen, Stimmerkennung und dergleichen mehr. Diese nativen Fähigkeiten können so entworfen werden, dass ein Bezug zu den Benutzern hergestellt und die Sucherfahrung in der mobilen App gesteigert wird. 

 

Geschäfte in meiner Nähe

Kunden suchen oft mehrere Tage oder Wochen online nach Informationen, ehe sie dann ins Geschäft gehen, um ein Produkt zu kaufen. Der Kauf im Ladengeschäft bedeutet aber, dass jedes Geschäft gewisse Produktmengen im Lager halten muss. Käufe online können zu einem Bruchteil dieser Kosten von einem zentralen Lager aus zugestellt werden. Das traditionelle Ladengeschäft muss also einen Mittelweg finden, auf dem sowohl der Kunde glücklich ist und auch der Umsatz nicht leidet. 

Die Lösung ist, dem Kunden Wissen über das Produkt zu geben, so dass dieser zufrieden eine informierte Entscheidung treffen kann, und ihm dann zu sagen, wo er sich das Produkt live ansehen kann.

Während der Kunde sich durch die Stadt bewegt kann man jetzt die bisherigen Suchkriterien und die Informationen zum aktuellen Standort nutzen, um den Kunden über die nächsten Geschäfte zu informieren, die kürzlich gesuchte Produkte vorrätig haben (und in denen diese Produkte direkt erworben werden können).

Den aktuellen Standort anzufragen ist inzwischen in der Branche Usus geworden. Der Benutzer erwartet, dass seine Privatsphäre geschützt wird, während er die App verwendet.

 

Benachrichtigungen über die Suche

Die meisten mobilen Apps machen Gebrauch von Push-Benachrichtigungen. Warum nicht einen Schritt weiter gehen und Benachrichtigungen entwerfen, die Benutzer auf neuen Content in der App hinweisen, der auf ihre Suchkriterien passt? Wenn beispielsweise ein Benutzer nach „was mache ich bei einem gesprungenen Bildschirm“ sucht, könnten seine Benachrichtigungen angepasst werden, damit er über neue Geräte oder Fälle informiert wird, die zu seinen Suchkriterien passen.

 

Interaktionen über Sprachausgabe

Die Tage, in denen ein Benutzer nur ein oder zwei Suchbegriffe eingegeben hat, wie etwa rente planung, und dann die gesamte Ergebnisliste abgearbeitet hat, sind vorbei. Inzwischen wollen Benutzer Fragen stellen. Durch die nativen Fähigkeiten mobiler Betriebssysteme zur Spracherkennung können Benutzer jetzt einfach mit ihrem Smartphone sprechen, um Antworten zu erhalten. Daher ist es auch immer wahrscheinlicher, dass die Fragen so gestellt werden, wie man sie auch im Gespräch stellen würde:

  • „Wie plane ich meine Rente?“
  • „Wie viel muss ich sparen, ehe ich in Rente gehen kann?“
  • „Wann kann ich in Rente gehen?“

Daher sollte man sicherstellen, dass die eigene App auch natürliche Sprache unterstützt. Einfach so.

Als weiteren Schritt sollte man in der technologischen Roadmap auch die Implementierung von Audio-Feedback für die Benutzer bedenken. Der Benutzer nimmt eine Aktion vor oder stellt eine Frage und die App antwortet mit Audio-Feedback. Manchen mag es ein Graus sein, wenn das eigene Telefon zu sprechen beginnt, aber man muss an die Zukunft des mobilen Marktes denken: die Kinder. Diese wachsen mit Tablets auf, spielen von klein auf mit Apps. Sie werden es wahrscheinlich schon erwarten, dass die Geräte mit ihnen sprechen. Und auch für die älteren Generationen mit ihrem stressreichen Leben und all der visuellen Überstimulierung könnte Feedback über Audio hilfreich sein. 

 

Was kann ich sonst noch tun?

Das, was wir bisher angesprochen haben, kratzt nur an der Oberfläche dessen, was man tun kann, um mehr als nur ein Suchfeld anzubieten, um die mobile App mit einer perfekten Sucherfahrung für ihre Benutzer auszustatten. Zu dieser Frage könnte man noch viele komplexere Themen diskutieren, wie etwa die Kennzeichnung von Abfragen zur Kontrolle der Benutzeroberfläche, über die intelligente Abfragevorschläge geboten werden.

Kontaktieren Sie uns für weitere Best Practices zur Optimierung von Suchfunktionen in Ihrer mobilen App!

Lernen Sie hier im zweiten Teil unserer Reihe zu Suche für mobile Apps, wie Sie Abfragekennzeichnung und Abfragevorschläge implementieren, um die Sucherfahrung der Benutzer Ihrer App zu verbessern.

-- Kristy

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